secondlook is over

Dezember 3, 2010 by

Wie Ihr vielleicht schon bemerkt habt: es heißt „Over“ für unser Blog-Projekt secondlook. Von Anfang an war das Motto „Alles kann, nichts muss“ und da alle Autoren stark mit anderen Dingen beschäftigt sind haben wir das Projekt auf Eis gelegt. Nichtsdestotrotz: es hat uns viel Spaß gemacht, diese Plattform zu nutzen und uns mit Euch auszutauschen. Take care.

Spieltag 1: Märchenhaft

August 23, 2010 by

Bald stehen sie wieder ganz oben in den Verkaufscharts und schauen auf die Vertreter ihrer Zunft hinab. Post mortem. Denn Günther Grass (lebt noch!) widmet den Brüdern Grimm den Titel seines neuesten Werkes: „Grimms Wörter“ spielt sich irgendwo zwischen dem Leben des 83-jährigen SC Freiburg Fans und der Schaffung des „Deutschen Wörterbuchs“ ab. Seinen Weltruhm verdankt das Hanauer Brüderpaar allerdings nicht dem Nachschlagewerk. Sondern natürlich den Märchen.

Auch wenn wir bei dieser WM wieder auf ein Sommermärchen verzichten mussten, so ist auch der Fußball voll von Mythen (Häßler-Millionen), Legenden (Fritz Walter) und unglaublichen Geschichten (Büchsenwurf auf Boninsegna). Und Märchen: Wechsel ins Ausland der einmaligen Erfahrung wegen. Oder Foulspiele im Strafraum an Andy Möller.

Doch auch Jahre nach dem Münchhausen von Mailand oder Madrid stellt scndlook fest: In der Bundesliga geht es manchmal märchenhaft zu. Auch an Spieltag 1? scndlook macht den Märchen-Check.

Wieder kein Sommermärchen, dafür Anpfiff zur Bundesliga

Wieder kein Sommermärchen, dafür Anpfiff zur Bundesliga

Hänsel und Prödl
Es begab sich zu einer Zeit, da hatte ein bitterarmer hanseatischer Manager keinerlei Geld für neue Abwehrspieler. So setzte der listige Sportchef seine Hintermannschaft einfach im Kraichgau aus. Die spielte fortan wie im Wald verloren gegangene Kleinkinder. Zunächst ohne Folgen. Doch als Torsten Frings anfing am SAP-Häuschen zu knabbern, da schlug die Rangnick-Elf gnadenlos zurück. Mit 4:1 gedemütigt und allen Meisterschafschancen beraubt machten sich die Bremer auf den langen Weg zurück in die Heimat. Immer den Brotkrumen auf der A7 nach.

scndlook Märchen-Check: 1 von 4 Bremer Stadtmusikanten. Thomas Allofs macht doch noch die Schatulle auf und Werder avanciert zum Bayern-Verfolger Nummer eins.

Rotkuttchen und die bösen Wölfe
Die unbedarfte Elf des FC Bayern machte sich auf, um ihrem Ehrenpräsidenten Franz Beckenbauer eine Freude zu bereiten. Instruiert von Uli Hoeneß bloß nicht vom Weg zum Titel abzuweichen. Die roten Kutten übergezogen und dann ab in den Bundesliga-Wald die Meisterschaft verteidigen. Am Wegesrand lauerten schon die bösen Wölfe aus der Autostadt. Doch die van-Gaal-Elf schlug die Niedersachsen mit List und Tücke. Warum hat Schweinsteiger so große Fußballschuhe? Damit er in der Nachspielzeit besser Siegtore erzielen kann. Und so eilen die Münchner vom ersten Spieltag an unbeirrt in Richtung Meisterschaft.

scndlook Märchen-Check: 0 von 1 Großmutter. Kein Märchen, sondern wohl wieder Realität. Auch wenn es in dieser Saison nicht zum Champions League Finale reicht, die Bayern machen auch 2010/11 das Rennen.

Dornröschen 04
Es war einmal eine Truppe aus Gelsenkirchen, die holte Meisterschaft um Meisterschaft. Doch irgendwer muss sich anno 1958 in Gelsenkirchen ordentlich an der Spindel gestochen haben. Denn seitdem lastet ein Fluch auf S04. Nach 52 Jahren soll es nun ein Prinz mit seinen Knappen richten. Monarch (und Diktator?) Felix I. erweckt die königsblaue Schönheit erneut zum Leben und holt trotz Auftaktpleite in Hamburg den Titel ins Ruhrgebiet.

scndlook Märchen-Check: 6 von 7 auf einen Streich. Ein astreines Märchen. Die Doppelbelastung macht S04 zu schaffen und so erreicht die Magath-Truppe mit Glück die Europa-League.

Schneewittchen und die Fußballzwerge
„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der erfolgreichste FCK im Land?“ fragte Marco Kurz seinen allwissenden Spiegel. „Oh Trainer, oh Trainer, natürlich seid ihr aufgestiegen. Doch hinter den sieben Bergen, nicht bei euch Fußballzwergen, da trainiert Zvonimir Soldo eine Truppe, die spielt schon wieder einige Jahre länger Bundesliga als ihr.“ Wutentbrannt fuhr Lauterns Coach daraufhin an den Rhein. Wo er schnell einen Verbündeten fand. Mit einer giftigen Roten Karte nahm der Schiedsrichter FC-Kapitän Mohamad früh aus dem Spiel. Und ebnete den Roten Teufeln so den Weg zu einer glorreichen Saison.

scndlook Märchen-Check: Teufel mit 2 von 3 goldenen Haaren. Ein Ammenmärchen trotz 3:1-Sieg in Müngersdorf. Die Pfälzer kämpfen bis zum Schluss gegen den Abstieg und landen weit hinter dem Rivalen aus der Domstadt.

Und wenn sie nicht gestorben sind dann kicken sie noch heute.

Märchenhaftes oder Schaudergeschichten? Wie habt ihr Spieltag 1 erlebt? Und was erwartet ihr von dieser Spielzeit?

Spielerische Bankrotterklärung?

August 23, 2010 by
Da kann in Dortmund nur einer helfen...

Da kann in Dortmund nur einer helfen...

Spieltag 34: Statistisch gesehen scheiße gespielt

Mai 10, 2010 by

Der durchschnittliche Deutsche muss früh aus den Federn: Um 6:23h geht sein Wecker, was ihn nicht davon abhält mit 79%-iger Wahrscheinlichkeit dem Tag zuversichtlich entgegen zu blicken. Auf der Arbeit verbringt er 30,3 Stunden pro Woche. Nach verrichtetem Tagewerk schaut er 208 Minuten fern und spricht 15 Minuten mit seiner Ehefrau. Davon zehn im Bett. Diese ist zu immerhin 51% mit ihrem Liebesleben zufrieden. Wohlmöglich weil sie nicht weiß, dass ihr Gatte mit 9%-iger Wahrscheinlichkeit mit der Freundin seines besten Freundes schlafen würde, wäre er sich sicher nicht ertappt zu werden. Er wiederum geht um 22:47h ins Bett und schläft daraufhin auf der Seite liegend ein. Wie 69% seiner Landsleute. So ticken die Deutschen.

Was bei der Betrachtung eines typischen Wochentages etwas seltsam anmutet, das ist im Profisport gang und gäbe. Minutiöses Messen, Zählen, Nachhalten, Dokumentieren – alles für die perfekte Statistik. Spätestens seit die ran-Datenbank die Zuschauer mit Zweikampfwerten und Informationen über ausgelassene Großchancen versorgt, ist die umfassende Datenerhebung auch in der Fußball-Bundesliga salonfähig. Alle, die der WM und womöglich auch dem Zensus 2011 entgegen fiebern, erfahren an dieser Stelle das Wichtigste aus dem Reich der Zahlen. Denn an Freunde der Statistik denkt scndlook am 34. Spieltag.

Statistisch gesehen, dem letzten der Saison.

Chancenauswertung der Teams, denen sich Jürgen Klopp verbunden fühlt

Chancenauswertung der Teams, denen sich Jürgen Klopp verbunden fühlt

Statistisch gesehen…

…litten in dieser Saison durchschnittlich 45.827 Menschen im Berliner Olympia-Stadion. Sollten sie denn zur Tasmania des 21. Jahrhunderts, Hertha BSC Berlin, gehalten haben

…hätte Gladbach gar nicht erst die Partie zu Hause gegen Leverkusen beginnen brauchen, nach 21 Jahren ohne Heimsieg. Für Olli Neuville wurde dann doch noch angepfiffen

…braucht Robben seinen Kopf nicht. Zwei Elfmeter, ein Tor aus dem Feld mit rechts und gleich 15 mit links (wie auch beim Saisonfinale) – nur die Rübe hielt er nie hin

…scheiße spielten die Stürmer des VfL Bochum. Sestak, Hashemian und Epallé brachten es zusammen am 34. Spieltag auf eine kicker-Durchschnittsnote von 6,0

… retten 32 Köche den Brei. Mehr Profis als bei Hannover 96 standen in dieser Saison bei keinem Verein auf dem Platz. Und schafften doch noch die Rettung

…hat der 1. FC Köln auf fremdem Platz die Qualität für Europa. Platz 6 in der Auswärtstabelle. Daheim erreichte die Soldo-Elf jedoch nur mit Müh und Not Relegationsniveau

…kann sich Felix Magath nur auf Manuel Neuer verlassen. Der Keeper bestritt als einziger Schalker sämtliche 34 Spiele über 90 Minuten. Zur Belohnung gibt’s den goldenen Medizinball

…gewinnt seit Wiedereinführung der Relegation immer der Zweitligist

… gewinnt seit Wiedereinführung der Relegation immer der 1. FC Nürnberg

…sind Statistiken nicht immer aussagekräftig

Zahlen, Daten, Fakten – was ist eure Statistik zum Saisonabschluss?

Spot Watch: Kia Sorento

Mai 7, 2010 by

Ein bisschen Auto ein bisschen NBA ein bisschen Musi… der Spot von KIA für das „official vehicle of the NBA“🙂

Spieltag 33: Alles auf Oranje!

Mai 3, 2010 by

In Deutschland schuftet am Tag der Arbeit niemand. Von einigen Angestellten im Öffentlichen Dienst (vorzugsweise in Uniform) und ein paar Profi-Fußballern einmal abgesehen. Doch nicht nur hierzulande begeht man den 1. Mai im Sinne der Zweiten Internationalen. Auch in Italien, Portugal, Finnland und einer ganzen Reihe weiterer Staaten.

Die Niederländer tanzen hier etwas aus der Reihe: Denn ihr Nationalfeiertag ist ein Tag zuvor, der 30. April. Am „Koninginnedag“ zelebrieren unsere Nachbarn den Geburtstag ihrer Königin – auch wenn Beatrix bereits am 31. Januar zur Welt kam. Egal, anstatt zu arbeiten fluten die Massen ganz in orange gekleidet die Straßen. Was den gemeinen Fan unweigerlich an ein Fußballspiel mit Oranje-Beteiligung erinnert.

30. April oder 1. Mai? scndlook mischt einfach beides durcheinander. Und begutachtet die Arbeit der Niederländer in der Bundesliga. An Spieltag 33 geht scndlook volles Risiko und setzt: Alles auf Oranje!

Ohne Niederländer, aber trotzdem mit Klassenerhalt: Der SC Freiburg in Köln.

Ohne Niederländer, aber trotzdem mit Klassenerhalt: Der SC Freiburg in Köln.

Elftal an der Elbe
Zwei Dinge haben mittlerweile fast schon Tradition in Hamburg: 1. Spieler aus Holland und 2. Das Scheitern auf der Zielgerade der Saison. Was van der Vaart und de Jong schon kannten, das erleben nun Joris Mathijsen und Ruud van Nistelrooy. Trotz des starken Auftritts gegen den Club aus Nürnberg drohen die „Rothosen“ am Ende der Serie mit leeren Händen dazustehen. Ein wenig erinnert das schon an die „Elftal“ bei Fußball-Weltmeisterschaften. Spätestens im Finale gibt es lange Gesichter beim KNVB (klingt wie die Verkehrsbetriebe von Köln, ist aber der niederländische Fußballverband). Doch der HSV dürfte sich davon nicht abschrecken lassen – auf ein Neues in Duitsland nach der WM! Mit Elia, Castelen und vielleicht auch Trainer Moniz?

Voetbal totaal
Nein, mit dem perfekten Fußball von Ajax Amsterdam um den jungen Johan Crueyff hatten die Auftritte von Hannover 96 in dieser Spielzeit reichlich wenig zu tun. Drei Mal Europapokalsieger der Landesmeister hier – drei verschiedene Trainer dort. Doch dann platzte bei den Niedersachsen auf einmal der Knoten an Spieltag 33. Angetrieben von Kapitän Arnold Bruggink zerpflückten die Hannoveraner ihre Gegner wie Tulpen auf dem Blumenmarkt von Amsterdam. Denn auf der gegnerischen Seite gab es nur…

Voetbal totaal daneben
Wenn selbst Mike Hanke trifft, dann muss die Verteidigung einen rabenschwarzen Tag erwischt haben. Wobei: Roel Brouwers hat in dieser Saison alleine mehr Treffer erzielt als der potenzielle deutsche WM-Sturm Podolski/Klose zusammen. Insgeheim träumt der lange Schlaks daher noch von einer Nominierung für Südafrika. Doch bei der 1:6-Pleite in Hannover spielte der Innenverteidiger wie mit Holzschuhen an den Füßen. Was er allerdings mit seinen zehn Kollegen gemeinsam hatte.

Niederländische Schule
Nicht nur in der Renaissance waren unsere Nachbarn groß im (künstlerischen) Geschäft. Auch auf Schalke verband man jüngere Erfolge mit Namen wie Youri Mulder oder Huub Stevens. Doch nach einem Katastrophenjahr unter Fred Rutten, schickten die Knappen den Trainer zum Teufel und verkauften mit Orlando Engelaar ihren letzten flämischen Mohikaner. Mit Felix Magath kehrte nun der Erfolg zurück. Mit dem Grundsatz der Niederländischen Stevens Schule: „Die Null muss stehen.“ Trifft zumindest auf die Anzahl der Gelsenkirchener Titel 2010 zu. Fragt sich nur wie lange dies so bleibt.

Die Größten
Die Niederländer sind statistisch gesehen die körperlich größten Menschen der Welt. Jeder, der sich einmal in eine Amsterdamer Disco gewagt hat, der kann dies bestätigen. Als der Größte darf sich nun auch Bayern-Coach Louis van Gaal feiern lassen. Noch nie zuvor konnte ein Landsmann als Trainer den Titel des deutschen Meisters erringen. Egal, dass statt Mark van Bommel oder Arjen Robben der junge Deutsche Thomas Müller die Partie gegen Bochum entschied. Nach der Meisterschaft in der Heimat, nun der Titel mit München. Und noch hat van Gaal und der FC Oranje München nicht genug.

Wer ist für euch der größte Niederländer? Holt Bayern die Champions League? Und wer erinnert sich eigentlich noch Anthony Lurling?

Ein kleiner Ausflug nach Beirut

April 30, 2010 by

OFFTHEWALL_BEIRUT010 from Dominique Chouchani on Vimeo.

BEIRUT: POST WAR URBAN TRAUMA Graphical laboratory Photography: Dominique Chouchani http://www.dominiquechouchani.com Music: CUT THE BULLSHIT_jade&diamond setter remix

Spieltag 32: Topmodels und andere Quotenhits

April 25, 2010 by

Ein weiterer Samstag, ein weiterer Sieg für RTL. Wieder einmal durften sich die Macher des Privatsenders auf die Schultern klopfen. Mit ordentlichem Abstand vor dem zweit platzierten Sender Pro7 die höchste Einschaltquote zur Primetime in der werberelevanten Zielgruppe erreicht.

Achtbar, doch letztendlich verdankt RTL diesen „Erfolg“ seinem Ex-Chef Helmut Thoma. Der behauptete einfach so lange, dass lediglich die 14- bis 49-Jährigen für Reklame empfänglich seien, bis es jeder glaubte. Heute gibt er zu: RTL war damals schon in dem Segment am stärksten und er wollte auf diesem Wege lediglich Werbekunden überzeugen.

Vollkommen zielgruppenübergreifend punktet der Fußball bei den Fernsehzuschauern. Die höchste Einschaltquote aller Zeiten erzielte die Übertragung des WM-Halbfinals Deutschland gegen Italien 2006. Auch die Bundesliga zieht nach wie vor die Massen in ihren Bann. Der Zuschauerschnitt erreicht auch in dieser Saison wieder den Topwert in Europa. Auch wenn die Privatsender als Stadionalternativen am Samstagnachmittag solche Hitformate wie „Die Schulermittler“ oder „Stargate“ ausstrahlen.

An Spieltag 32 hat scndlook herausgefunden, warum die Bundesliga einen Schritt voraus ist. Sie integriert sämtliche Quotenhits in ihr Programm am Wochenende.

Fort Boyard des Fußballs: Das Stadion von West Ham United

Fort Boyard des Fußballs: Das Stadion von West Ham United

Big Brother in Berlin
Die Endemol-Produktion war bei ihrer Erstausstrahlung umstritten wie kaum eine Sendung zuvor. Doch die Anfangsaufregung um Zlatko & Co. hat sich längst gelegt. Nach mittlerweile gefühlten 84 Staffeln besteht Konsens: Das Format bietet vor allem gepflegte Langeweile bei niedrigem Niveau. Doch was RTL2 kann, das kann die Berliner Hertha schon lange. In bester Tasmania-Manier erschreckt die „alte Dame“ seine Heimzuschauer in dieser Saison immer wieder. Nach der Pleite gegen Schalke zumindest zukünftig nicht mehr in Liga eins.

Das Dschungelcamp in Köln
Das Erfolgsrezept der RTL-Sendung ist denkbar einfach. B-Promis und abgehalfterte Stars erniedrigen sich vor einem Millionenpublikum. Das klingt ein wenig nach dem Mittelfeld des 1. FC Köln. Doch haben die „Geißböcke“ zumindest das Minimalziel Klassenerhalt erreicht. Ganz anders als der HSV, der mit seiner aktuellen Dschungelcamp-Elf in Hoffenheim 1:5 unterging. Möglicherweise gilt dann bald…

Bauer sucht Frau in Hamburg
Als absoluten Überraschungserfolg darf man die Landwirte-Kuppelshow bezeichnen. Etwas einfältige, aber sympathische Bauern suchen eine Person, die ihnen eine glückliche Zukunft beschert. Der Vorstand des HSV dürfte bald die gleiche Aufgabe zu erledigen haben. Ohne einen Triumph im Europapokal gilt es die Scherben auf dem Hof zusammenzukehren und einen neuen Coach auf das HSV-Trainingsgelände zu setzen. Denn auch für Bruno Labbadia gilt der schwäbische Leitsatz: Liebe vergeht, Hektar besteht.

Schlag den Raab in Dortmund
Wenn Stefan Raab gegen seine Kontrahenten antritt, dann sitzt Deutschland gebannt vor dem Fernsehgerät. Schließlich geht es für die Herausforderer des Entertainers um Millionen. Diese winken auch den Bundesligisten beim Einzug ins internationale Geschäft. Und somit der Dortmunder Borussia. Jürgen Klopp mag keine Grand-Prix-Kandidaten suchen. Doch hat er eine Elf gefunden, die nach dem 3:2-Erfolg in Nürnberg in Europa antreten darf. Germany – twelve points?

Germany’s Next Topmodel in Mainz
Auf Pro7 sucht Heidi Klum bereits zum fünften Mal nach Talenten für die Laufstege dieser Welt. Und vor den Bildschirmen träumen die Mädchen der Republik mit. Klickende Kameras, ein Wechselbad der Gefühle und divenhaftes Auftreten. Willkommen am Mainzer Bruchweg! Mit dem Stargast aus Frankfurt, der Diva vom Main. Das 3:3 bot so ziemlich alles, was eine packende Bundesligapartie braucht. Inklusive Modellathleten wie Aristide Bancé oder Alex Meier. Heidis Lächeln ist nur schwer zu kopieren – doch Mainz-Coach Thomas Tuchel grinste nach dem Punktgewinn bis über beide Ohren.

„Deutschland sucht den Superstar“ oder „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“? Welche Quotenhits habt ihr am Wochenende gesehen?

Berlin Street Art – pt.3

April 23, 2010 by

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Berlin Friedrichshain. Kreutzigerstraße.

Spieltag 31: Rudi statt Vulkanasche

April 19, 2010 by

In der vergangenen Woche sollte zwei Herren besondere Aufmerksamkeit zukommen. Doch da pustet ein isländischer Vulkan vollkommen ungefragt jede Menge Staub in die Luft, legt den europäischen Flugverkehr lahm und genießt seitdem die totale mediale Aufmerksamkeit. Frei nach Trapattoni: Was erlauben Eyjafjallajökull?

Denn bei den zu kurz gekommenen handelt es sich um keine geringeren als Richard von Weizäcker und Rudolf Völler. Während der ehemalige Bundespräsident seinen 90. Ehrentag beging, machte der ehemalige Bundestrainer das halbe Jahrhundert voll. Zumindest bedachte die Presse Richard von Weizäcker – im Schatten der Staubwolke – mit artigem Lob: „Ideales Staatsoberhaupt“ hier, „moralische Instanz“ dort.

Damit auch Rudi Völler nicht zu kurz kommt, widmet scndlook ihm nun die volle Aufmerksamkeit. An Spieltag 31 erfolgt der Blick zurück in Völlers bewegte Karriere, es gilt: Rudi statt Vulkanasche.

Keine Glückwünsche...

Keine Glückwünsche...

...aber ein schriftlich vorgetragener Gruß an den Gast.

...aber ein schriftlich vorgetragener Gruß an den Gast.

Die Frisur
Optisch ist und bleibt der gebürtige Hanauer eine Ausnahmeerscheinung. Minipli und Oberlippenbart mögen nicht jedermanns Sache sein. Das erkannte Tante Käthe auch selbst: „Was meine Frisur betrifft, da bin ich Realist“. Die derzeit aufregendste Frisur der Liga hat wohl Gladbachs Dante. Doch auf Schalke konnte der zweikampfstarke Verteidiger mit Afro-Look die Borussen-Niederlage nicht verhindern. Während S04 noch auf den Titel hofft, föhnt sich der Brasilianer im Tabellenmittelfeld.

Der Goldene Ball
Es war ganz klar seine Saison – von der obligatorischen Vize-Meisterschaft einmal abgesehen. Nationalelfdebüt für Völler, ein Jahresabschluss als Torschützenkönig 82/83, belohnt mit dem Goldenen Ball als Fußballer des Jahres. Um diese Trophäe bettelt derzeit förmlich Arjen Robben. Wenn er nicht gerade entscheidende Tore in der Königsklasse erzielt, dann schießt er eben Hannover ab. Mit dem 7:0-Ausrufezeichen machte er jedem klar: Her mit dem Goldenen Ball, bitte auf einer Schale serviert.

Der Erzfeind
Angeblich soll eine Versöhnung mit Frank Rijkaard längst stattgefunden haben. Gut zu sprechen auf den Niederländer war der deutsche Nationalstürmer 1990 nach seiner Roten Karte (mitsamt legendärer Lama-Attacke) natürlich nicht. Unglaublich über seinen Platzverweis ärgerte sich an Spieltag 31 auch Tranquillo Barnetta. Sein frühes Herauslaufen aus der Mauer brachte letztendlich sein Team auf die Verliererstraße. Vom Platz musste er – anders als sein Sportdirektor damals – allerdings alleine. Mit trockenem Haupthaar, doch Schaum vor dem Mund.

Der europäische Triumph
Als Aktiver sammelte Rudi Völler Vize-Meisterschaften wie Udo Latteck Titel. Auch mit Marseille blieb ihm der französische Meistertitel verwehrt, holte dafür mit „OM“ die Champions League. Lediglich eine europäische Trophäe könnte heuer noch die Saison des HSV retten. Nach dem 0:1 gegen Mainz hagelt es Kritik an Bruno Labbadia. Er dürfte damit einer der wenigen Europareisenden sein, der hofft nicht zu fliegen.

Der Abgang
Bevor Weltmeister Völler die Schuhe an den Nagel hing, schnürte er selbige noch zwei Jahre in Leverkusen. Der Abgang 1996 war an Dramatik nicht zu überbieten: In Völlers letzter Partie empfing Bayer Kaiserslautern zum Abstiegsendspiel. Unvergessen die Bilder im Anschluss, als der Stürmer seinen heulenden Weltmeister-Kollegen Andy Brehme im Arm hielt – denn das glücklichere Ende hatte die Werkself. Die in diesem Jahr auch noch den ein oder anderen Abstieg besiegeln könnte. In den kommenden Wochen geht es gegen Hannover und Berlin. Als Trostspender könnte Rudi Völler also noch aktiv werden: Mit dem heulenden Michael Preetz im Arm. Nur war der nie Weltmeister.

scndlook sagt noch mal: Herzlichen Glückwunsch, Rudi! Und reg’ dich nicht über den Vulkan auf – deinen Ärger hatte sich auf Island nur der Weißbier-Waldi verdient.

AS Rom und Abstieg mit 1860 – fehlen noch Fakten zu Tante Käthe? Oder zu Spieltag 31?